Der fließende Übergang von Bärenspaß 1 zu Bärenspaß 2

In Bärenspaß 1 wird in den Schülermaterialien - bis auf den fakultativen Schreib- und Leselehrgang im Anhang - die Alphabetisierung weder verlangt noch trainiert. Bärenspaß 2 dagegen setzt Lese- und Schreibkenntnisse von Anfang an voraus.

Wie schafft man den fließenden Übergang zwischen den zwei Lehrwerken?

... mittels des dahinter stehenden Systems!

Bärenspaß 1 kann sowohl in der Vorschule als auch in der 1. oder 2. Klasse der Grundschule eingesetzt werden. Die Schüler im Alter von 5-8 Jahren können sich daher auf ganz verschiedenen Stufen der Alphabetisierung befinden: von gar keinen Vorkenntnissen bis zu anfänglichem Buchstabenwissen.

Das Lehrwerk Bärenspaß 1 füllt mit seinen diversen Übungs- und Aufgabenmaterialien ca. 2 Unterrichtsjahre sinnvoll aus (abhängig von Faktoren der Gruppenstärke, der Wochenstundenzahl, der Vorkenntnisse u.a.): Viele Wiederholungsphasen zur Festigung sowie aktive Abschnitte des handlungsaktiven Unterrichts, ergänzt durch Transferphasen mit Eigenanwendung und Projektarbeiten, gestalten den Unterrichtsverlauf. In dieser Zeit erlernen die Schüler alle - in den Handreichungen für die Bärenspaß 1 Aktivkarten angegebenen - Strukturen des Lehrwerks, welche sie sodann nach und nach aktiv einsetzen können.

Da die Schüler parallel zum Deutschunterricht mit Bärenspaß in ihrer Muttersprache alphabetisiert werden, sollten sie erst nach und nach an das Lesen und Schreiben von deutschen Texten herangeführt werden. Eine gleichzeitige Alphabetisierung in zwei Sprachen (Muttersprache und Deutsch) verläuft nämlich bei vielen Kindern nicht ohne Probleme.

Bei der Arbeit mit Bärenspaß 1 kann und soll also die Lehrkraft den idealen Zeitpunkt selbst bestimmen, ab welchem die Kinder mit dem Lesen und später dem Schreiben deutscher Texte beginnen. Dieser Zeitpunkt ist je nach Alter, Gruppenstärke, Wochenstundenzahl, Muttersprache, Schriftzeichen der Muttersprache (lateinische, griechische, arabische, kyrillische Zeichen ...) der Schüler anders. Der Prozess des Lesen- und Schreibenlernens selbst läuft bei jedem Schüler unterschiedlich ab; so gibt es durchaus auch Kinder, die problemlos parallel in zwei Sprachen alphabetisiert werden können. Als Anhaltspunkt gilt: Wenn die Kinder den Umgang mit dem Lehrwerk und die wichtigsten Arbeitstechniken bzw. die wesentlichen Sprachstrukturen beherrschen, können die ersten Leseaufgaben eingeführt werden.

Die Vermittlung der Lesefertigkeit

Selbst bei bereits alphabetisierten Kindern - wenn etwa Bärenspaß 1 ab der Klasse 2 eingesetzt wird - sollte man nicht sofort mit dem Lesen in der Fremdsprache beginnen, sonst werden die Schüler vom Lautsystem und von der Orthographie der Muttersprache fehlgeleitet.

Wenn die Kinder jeden Buchstaben nach den gelernten Regeln der Muttersprache in einen Laut umwandeln, treten Interferenzen auf, die grundlegende Ausspracheprobleme zur Folge haben können. Um diese Interferenzen zu vermeiden, sollten die Kinder mit der Ganzwortmethode die ersten deutschen Wörter lesen: Beim ersten Lesevorgang sehen die Schüler das ganze Wort, während der Lehrer es liest. So ist gewährleistet, dass sie das Schriftbild mit der richtigen Lautkette assoziieren.

Je länger ein Wort bekannt ist, desto geringer ist die Gefahr der Interferenz. Ein Beispiel: Die Schüler haben das Wort "Biene" im Laufe der Arbeit mit Bärenspaß so oft gehört, dass sie bei der Konfrontation mit dem Wort "Biene" dieses Wort nicht mehr lesen, indem sie die einzelnen Buchstaben in Laute umwandeln. Sie erkennen vielmehr das Schriftbild als Ganzes, identifizieren es sofort mit der Lautkette [bi:nə] und sprechen es so auch richtig aus. Im 1. Unterrichtsjahr bietet sich daher der Einstieg in das Lesen über die zentralen Figuren der Geschichte: Mama Bär, Baby Bär, Biene, Maxi, Mama und Papa an.

Mit dem Einsatz der Aktivkarten gelangt man nach und nach zur Satzebene. Zu jeder Karte gehört ein Satz, welchen die Kinder schnell und aktiv mündlich (re-)produzieren lernen. Zum Lesen kann man diese inzwischen bekannten Sätze vorgeben, die ebenfalls mittels des ganzheitlichen Verfahrens gelesen werden.

Die Vermittlung der Schreibfertigkeit

Die Voraussetzung für den Einstieg in das Schreiben ist, dass die Schüler die meisten lateinischen Buchstaben kennen. Das ist der Fall, wenn ihre Muttersprache ebenfalls diese Schrift verwendet und die Kinder bereits alphabetisiert sind.

Am Anfang steht immer das Nachschreiben, wie auch beim Lese- und Schreiblehrgang in der Muttersprache. Das Schreiben sollte immer vom Lesen begleitet und unterstützt werden.

Je nach Muttersprache der Schüler müssen bisher unbekannte Buchstaben aus dem deutschen Alphabet, wie bspw. "ß" oder die Diphthonge, separat eingeführt werden. Dafür kann man die Schreibblätter aus dem Anhang des Arbeitsheftes oder Die Mega-Schreibschule (erhältlich in der Schulausgangsschrift oder Druckschrift) einsetzen. Die dortigen Übungen machen die Schüler von Anfang an sicher in Phonetik und Rechtschreibung.

Weitere Arbeitsblätter für das Lese- und Schreibtraining finden Sie ferner auf den Internetseiten des Verlags.

Die Weiterarbeit mit Bärenspaß 2

Die Schüler lernen mit den Bärenspaß Aktivkarten so viele verschiedene (Sprach-)Strukturen, dass anhand dieser ab dem 3. Unterrichtsjahr - wenn der kognitive Kanal eingeschaltet wird - grammatikalische Phänomene erklärt und bewusst gemacht werden können. Im 3. Schuljahr können die Schüler also nahtlos mit Bärenspaß 2 weitermachen.

Die Lehrkraft muss allerdings mit den kognitiven Aspekten in Bärenspaß 2 sehr behutsam umgehen und sollte auf keinen Fall annehmen, dass ihre Schüler nun alles beherrschen müssen: Alle Grammatikinhalte gehören zu einem Spiralcurriculum und werden später wieder aufgegriffen.